Landschafts-Pflege
Unsere Schafe, Ziegen und Rinder werden den ganzen Sommer über in der Landschaftspflege eingesetzt. Dabei bleibt jeweils eine Herde während der gesamten Vegetationsperiode an einem Standort. Dadurch kann vor Ort stets optimal auf den jeweiligen Stand der Vegetation eingegangen und der erforderliche „Beweidungsdruck” aufrecht erhalten werden.
Die Weideführung auf den Flächen erfolgt in einer Mischform aus Umtriebsweide und Portionsweide je nach dem vorhandenen Aufwuchs und der für die Zusammensetzung der Flora gewünschten Entwicklung. Flächen mit Vorkommen einzelner, seltener Arten werden gezielt ausgespart, um Blüte und Aussaat und damit die Ausbreitung zu ermöglichen, während Flächen mit Vorkommen von Neophyten und Adventivpflanzen gezielt in der Weideführung zeitlich so eingeplant werden, dass hier die weitere Ausbreitung verhindert wird.
Bei den meisten unserer Flächen bedingt bereits die Topographie den Verzicht auf den Einsatz von Wirtschafts- oder mineralischen Dünger, weil die Hänge schlicht mit Maschinen kaum befahrbar sind.
Diese Geländeform führt bei Nichtbeweidung zu erheblichen Aufwendungen für die Mahd und Abfuhr des Schnittguts, da die Flächen mit Aufsitz-Böschungsmäher, teilweise mit ferngesteuerten Mähern geschnitten werden müssen und der Einsatz des Ladewagens nur eingeschränkt möglich ist.
Der Einsatz von Ziegen in der Landschaftspflege
Welche Biotope können mit Ziegen gepflegt werden?
Ziegen können einen hohen Anteil ihres
Futterbedarfs mit Blättern, jungen Gehölztrieben
und Rinde decken, mehr als die Rauhfutterselektierer Schafe,
Rinder und Pferde. Durch spezielle Enzyme ihres Speichels
sind sie auch in der Lage, tanninhaltige Gehölzteile
ohne gesundheitliche Schäden zu verdauen (Rahmann,
1996). Im Gegenteil, Tannine und andere sekundäre
Pflanzenstoffe helfen bei der Verdauung und fördern
die Gesundheit. Deswegen eignen sich Ziegen besonders
für die Pflege verbuschter Magerrasen.
Ziegen eignen sich aufgrund ihrer hohen Futterselektion
und dem breiten Futterartenspektrum auch für die
Beweidung von Standorten, wo Rinder, Pferde und Schafe
keine ausreichendes Futter finden würden. Als „Konzentratselektierer”
suchen sie sich aus dem vorhandenen Futter die nährstoffreichsten
Pflanzen bzw. Pflanzenteile heraus. Je intensiver eine
Fläche beweidet wird, um so mehr muss dann nährstoffärmeres
Futter aufgenommen werden, womit zwangläufig die
Leistung sinkt.
Ziegen sind Feinschmecker mit einem großen Futterpflanzenspektrum
und können durch die „fakultative Bipedie”, also
das zeitweilige auf zwei Beinen stehen, Gehölze bis
zu 1,80 Meter verbeißen (Fresshorizont). Durch die
gespaltene Oberlippe – ähnlich wie beim Schaf
- kann die Ziege auch dornige Sträucher wie Schlehe,
Weißdorn und Rosen beweiden (Äsen). Die hohe
Verbissleistung der Ziegen läst nur eine zeitlich
begrenzte Pflege zu. Erhaltenswürdige Gehölze
wie Wacholder oder Obstbäume werden durch sie in
Mitleidenschaft gezogen (siehe folgende Tabelle). Andererseits
gibt es auch Gehölze, die auch die Ziege nicht mag.
| starker Verbiss | mittlerer Verbiss | geringer Verbiss |
| Haselstrauch | Hainbuche | Gemeine Berberitze |
| Schwarzdorn | Hänge-Birke | Heidekraut |
| Weißdorn | Moor-Birke | Traubenkirsche |
| Buche | Gemeine Liguster (giftig) | Eibe (giftig) |
| Faulbaum | Gemeine Fichte | Vogelkirsche |
| Gemeine Esche | Gemeine Kiefer | |
| Zitter-Pappel | Roter Hartriegel | |
| Eiche | Pflaume | |
| Rose | Birne | |
| Brombeere/Himbeere | Kastanie | |
| Weide | Robinie | |
| Eberesche | Besenginster | |
| Gemeiner Schneeball | Gemeiner Wacholder | |
| Apfel | Aspe | |
| Fichte | Süßkirsche | |
| Kiefer | Lärche | |
| Tanne | Douglasie | Quelle |
Fazit: Ziegenbeweidung hat sich aus vegetationskundlicher Sicht als optimale Pflegemaßnahme für verbuschte Trockenrasen erwiesen. Quelle

